Rede bei der Kundgebung gegen die Grenzmorde in Melilla

Gehalten am 29. Juni 2022 in Frankfurt (Main)

Anti-Schwarzer Rassismus insbesondere gegen unsere Geschwister vom afrikanischen Kontinent sind ein global funktionierendes System und Problem, dass von Europa seit Jahrhunderten als Entschuldigung für die Ausbeutung, die Entmenschlichung und die Verbrechen an unseren Vorfahren und Familien genutzt wird. Der transatlantische Sklavenhandel und die damit enstandene unbezahlte Arbeitskraft sowie die Rohstoffe, die durch den Kolonialismus in den Westen geschifft wurden machten die Industrialisierung und den Kapitalismus, wie wir ihn heute kennen überhaupt erst möglich.

Ohne die Ausbeutung Afrikas wäre Europa nichts. 

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Rede bei der Gedenkdemonstration für Oury Jalloh in Dessau

Die Rede als Video: Youtube

(Gehalten am 7. Januar 2022)

mi salminii on wonɓe ɗo ɗeng. 

ɓai Oury Jalloh ko pullo mi ɗo faala yewtude haala pulaar seɗa . ko fi honɗun mi ɗo wolude haala pulaar seɗa ko fi siɓɓe makkoɓen e goreeɓe makkoɓen no famira ko feɗji kon e hore makko. hande meɗen fottude fii manifestation e fii andintingol ko feɗji e hore Oury Jalloh. hande woni duubi sappo e jeeɗiɗi illa o maji e juuɗe policiben.

ko fottini en hande kon ko fi ko wadi e mako ta wattu hande kadi. meɗen torri gouvernement allemand on no wadan Oury Jalloh justice. ko en wonu huunde wotere hara sifa ko waɗi do e Oury Jalloh wataali handekadi. ko en ɓuurtu jogondirgol ta ɗundo wattu. kadi en daroto ha jande o hetti gonga mako.

hara meɗɗen weltanike Mouctar Bah e initiative justice pour oury jalloh on fii wakilare ɗe ɓe waɗi di duubi ɗo fow. 

meɗen weltanii tawaɓe ɗo ɓen fii o manifestation.

(Übersetzung: Ich begrüße alle hier anwesenden Personen. Da Oury Jalloh Fulani war, werde ich ein paar Worte in seiner Muttersprache (Pulaar) da lassen, damit seine Freunde und Familie aus der Heimat verstehen können was vorgefallen ist. Heute demonstrieren und gedenken wir Oury Jalloh. Es sind bereits 17 Jahre vergangen seitdem er „durch die Hände der Polizei verstorben ist“.

Heute demonstrieren wir erneut damit so etwas nie wieder passiert. Wir appellieren an die deutschen Behörden und fordern Gerechtigkeit für Oury Jalloh. 

Wir müssen weiterhin als Gemeinschaft agieren und den Bund untereinander stärken damit wir solche Fälle verhindern können. Außerdem werden wir solange standhaft bleiben bis wir Gerechtigkeit für Oury Jalloh erlangt haben.

Zum Schluss bedanken wir uns besonders bei Mouctar Bah und der Initiative Gerechtigkeit für Oury Jalloh für ihre jahrelangen Bestrebungen und ihren Kampf um Gerechtigkeit!

Wir bedanken uns auch bei all denjenigen die heute erschienen sind.)

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Rede der Panthifa am 23.10. beim Refugee-Protestcamp vor der Ausländerbehörde München

Seit bald 2 Wochen campen Geflüchtete aus Sierra Leone vor der Ausländerbehörde in München, um gegen eine Botschaftsanhörung zu protestieren, bei der ihnen sierra leonische Passierscheine ausgestellt werden sollen, um ihre Abschiebung zu ermöglichen. Das Camp besteht immer noch [Stand: 29.10.2021]. Pressearbeit für das Camp findet über den Instagram Account von Black Lives Matter München statt.

Es folgt unsere Rede bei einer Kundgebung auf dem Camp:

Die geflüchteten Menschen sollten heute nicht hier sein müssen. Sie sollten gerade im Warmen sitzen, in eigenen Wohnungen, die sie frei wählen durften, ohne die ständige Bedrohung durch Leistungskürzung und Abschiebung. Doch die Geflüchteten sind hier und kämpfen für ihre Rechte, in kaltem Wetter am Straßenrand, während die sogenannte „Münchner Zivilgesellschaft“, die seit Montag sehr wohl dringend hier sein sollte, ihre Unterstützung mit der Ausrede von Studium und Lohnarbeit verweigert. Sie nutzen ihr Privileg, genehmigungsfrei mit Kündigungsschutz und bezahlten Krankheitsstunden arbeiten zu dürfen und den Luxus von Recht auf akademische Bildung, um sich mit dem gerade vor unseren Augen stattfindenden, realpolitischen Kampf um Bleiberecht für Alle entsolidarisieren zu können. Sie entsolidarisieren sich mit der klaren Forderung: Keine Abschiebung!

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Panthifa bei der Gedenkdemo für Samuel Kofi Yeboah

Gestern waren unsere Genoss*innen bei der Gedenkdemo für Samuel Kofi Yeboah in Saarlouis. Unser Bruder wurde dort am 19.09.1991 vor 30 Jahren von Nazis brutal durch einen Brandanschlag ermordet.

Die Demo begann am Hauptbahnhof mit einer Startkundgebung und bewegte sich schließlich zum Tatort, wo Reden in Gedenken des aus Ghana geflüchteten und in Deutschland Schutz suchenden Samuel gehalten und anschließend Blumen niedergelegt wurden. Nur 3 Tage zuvor wurde dort auch von der Stadt eine Gedenktafel errichtet, warum nicht bereits vor 30 Jahren fragen wir uns.
Daraufhin begab sich der Demozug von ca 180 Antifaschist*innen zum Löwenpark und dann in die Innenstadt, wo es 2 weitere Stopps gab an denen an die Opfer von Naziangriffen erinnert wurde bis zur Endkundgebung am Kleinen Markt.
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Rede am 20. Juni in Düsseldorf zur Hilarius Gilges Gedenkdemo

Für uns als Schwarze Antifaschist*innen nimmt Hilarius Gilges natürlich einen besonderen Stellenwert ein.
Seine Geschichte ist nicht einfach nur die Geschichte eines deutschen Kommunisten und auch nicht einfach nur die Geschichte eines Schwarzen Mannes in Deutschland. Sondern die Geschichte eines Schwarzen Kommunisten in einem Deutschland das sich am Siedepunkt des Kampfes zwischen Revolution und der faschistischen Reaktion befand. Am Siedepunkt eines Kampfes der über Leben und Tod von Millionen von Menschen, unter welchen sich auch tausende unserer Geschwister befanden, entscheiden sollte.
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Rede der Panthifa zum African Liberation Day am 25. Mai 2021

Der African Liberation Day am 25. Mai fand das erste Mal 1963 statt. Auch heute, 58 Jahre später noch ist er kein Tag zum feiern, sondern zum kämpfen. An eben diesem 25. Mai 1963 trafen sich erstmals unabhängige afrikanische Staaten, um die Organization of African Unity auszurufen. Diese von Ghanas Präsidenten Kwame Nkrumah initiierte Allianz wurde von den imperialistischen Kräften der sogenannten Industrienationen Europas und der USA bei jeder Gelegenheit manipuliert mit Ausbeutung und Gewalt. Im Sinne des globalen Kapitalismus durfte Afrika auf keinen Fall eine egalitäre, panafrikanische Erfolgsgeschichte werden. Viele Revolutionäre des Kontinents wurden in den letzten 58 Jahren im Namen des Imperialismus ermordet, revolutionär panafrikanische Regierungen mit Unterstützung westlicher Geheimdienste gestürzt und Ressourcen gestohlen.

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Tag der Befreiung – Die Vergessenen Helden

Der Tag der Befreiung ist in Deutschland eine der wichtigsten Instanzen der deutschen Erinnerungskultur. Jährlich wird in ganz Deutschland an diesem Tag den Opfern des NS-Regimes sowie den Sieger*innen des 2. Weltkrieges gedacht. Das Gedenken an diesem Tag ist schon seit Jahrzehnten in Deutschland ritualisiert. Es ist daher wenig verwunderlich, dass sich durch das institutionelle Gedenken in Deutschland, welches nie entnazifiziert wurde, immer noch white supremacy und gezieltes Schweigen über wichtige historische Fakten der Befreiung herrschen.
Zu den größten gezielt ausgelassenen historischen Fakten, zählt die Beteiligung Schwarzer Soldaten an der Befreiung.

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Rassismus lohnt sich – ändern wir das

Wir als Panthifa glauben, dass Kapitalismus und Rassismus untrennbar verbunden sind und sich gegenseitig bedingen. Unter Kapitalismus verstehen wir Produktions- und Arbeitsverhältnisse, die auf größtmöglichen Profit statt dass Wohl der Arbeitenden ausgelegt sind. Was nach Abbau, Produktion, Transport und Verkauf von Ressourcen als Profit übrigbleibt, wurde von Arbeitenden und Konsumierenden gestohlen. In diesem System erschaffen wir sowohl mit unserer Arbeit als auch unserem Konsum Mehrwert, der mit mehreren Zwischenschritten immer bei den Reichsten landet.

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Kontinuitäten der Brechmittelfolter

Am 07.01.2005 starb nicht nur Oury Jalloh, auch Laye Alama Condé ist heute vor 16 Jahren durch rassistische Polizeigewalt gestorben. Laye Alama Condé ist durch die Brechmittelfolter der Polizei Bremen ermordet worden. Zwischen 1991 und 2004 kam es in Bremen allein zu über 1.000 Fällen von Brechmittelfolter in polizeilichem Gewahrsam, unklar ist bis heute wie oft es bundesweit zum Einsatz der Brechmittelfolter kam und wie viele Tote die Brechmittelfolter wirklich gefordert hat.

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Kümmern wir uns selbst drum!

Schluss mit der ungelenkten Wut über tägliche Rassismusvorfälle! Schwarze Menschen in Deutschland müssen aufhören zu reagieren, denn wir kommen nicht mehr hinterher. Die weiße Mehrheitsgesellschaft wird nichts gegen Nazichats in Polizei, N-Wort im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Neokolonialismus unternehmen, wenn wir es nicht selbst tun.

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